Diese Seite drucken Methodik


Wie wird die Radiosynoviorthese durchgeführt?

  1. Hautdesinfektion
  2. Punktion (=Einstich) unter örtlicher Betäubung mit einer dünnen Nadel
  3. Durchleuchtung und Kontrastmitteldarstellung (Ausnahme: Kniegelenk)
  4. Gelenkerguß (falls vorhanden) wird abpunktiert, dann
  5. Injektion des Radionuklids, evtl. einer kleinen Menge Cortison, dann
  6. Herausziehen der Nadel und kurzes Abdrücken der Punktionsstelle
  7. (das dauert insgesamt kürzer, als Sie hier zum Lesen brauchen!)

  8. Anlegen eines Schienenverbandes
  9. ggf. Kameraaufnahme zur Dokumentation der Verteilung im Gelenk

(Ausnahme: kleine Gelenke)

Dann 48 Stunden Ruhigstellung, d.h. keine Belastung für das behandelte Gelenk, bedeutet:

  • nicht selbst das Auto steuern
  • bei Gelenken im Bereich der Beine/Füße werden Sie im Rollstuhl zum Auto gefahren
  • ggf. Benutzung von Gehstöcken für z.B. Toilettengang
  • nach 48 Stunden Entfernung der Schiene durch Sie selbst

Was passiert im Gelenk?

Die eingespritzte radioaktive Flüssigkeit sendet Betastrahlen aus, die innerhalb einer sehr kurzen Reichweite von wenigen Millimetern zell- und gewebszerstörend wirken.

Diese Betastahler sind an winzige Partikel (= Kolloide, 2-5 Mikro = Millionstelmeter klein) gebunden, die wiederum von den oberflächlichsten (Freß-)Zellen der Gelenkschleimhaut (=Synovialis) aufgenommen und in die Synovialisoberfläche eingeschleust werden.

Über die dortige mikroskopische Bestrahlungswirkung kommt es allmählich zu einem Rückgang der Entzündungszellen, der entzündlichen Mehrdurchblutung und zu einer bindewebigen Umwandlung der Synovialisoberfläche, zu einer Ausschaltung feinster Nervenendigungen, was zur Schmerzreduktion beiträgt, und zu einer Abnahme der Schleimhautschwellung.

Mögliche Nebenwirkungen nach der Radiosynoviorthese können sein:

  • vrübergehende Verstärkung der Entzündung, Schwellung, Reizerguß (Strahlensynovialitis)
    --> Abhilfe: Kühlung, Eis
  • bei Ruhigstellung von Gelenken der Beine/Füße: Thromboserisiko
    --> Vorbeugung: Thromboseprophylaxe mit Heparinspritzen
  • Hautgeschwür (Nekrose) durch Austreten von Radioaktivität aus der Einstichstelle
    --> Vermeidung: konsequente Ruhigstellung

Die Strahlenbelastung ist durch die Wirkung bedingt und beschränkt sich aufgrund der geringen Reichweite der Betastrahlen nahezu ausschließlich auf die behandelte Gelenkschleimhaut.

Gelenkferne Körpergegenden oder die Umgebung des Patienten sind nicht betroffen, so daß keine weiteren Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich sind.