Diese Seite drucken Radiosynoviorthese


Die Radiosynoviorthese ist ein sehr wirksames nuklearmedizinisches Verfahren zur Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen. Sie bedeutet direkt übersetzt die Wiederherstellung (Orthese) entzündlich veränderter Gelenkschleimhaut (Synovialis) mit Radionukliden.

Sie wird vor allem bei rheumatischen Gelenkentzündungen (Gelenkrheuma), aber auch bei Arthrose mit Begleitentzündung (Osteoarthritis) eingesetzt und führt zur Verminderung der entzündlichen Aktivität, der Schwellneigung und Schmerzen im Gelenk.

Grundsätzlich können alle großen (Knie-, Schultergelenke), mittleren (Ellenbogen-, Hand- Sprunggelenke) und kleinen (Finger-, Zehengelenke) peripheren Gelenke, mit Ausnahme der Wirbelsäule, ambulant behandelt werden.

Wann wird die Radiosynoviorthese eingesetzt?

Bei Gelenkentzündungen, die z.B. nicht ausreichend oder nicht lange genug auf

  • entzündungshemmende Medikamente
  • Lokalbehandlung wie Wärme- oder Kälteanwendung, Salben
  • Cortisoninjektionen ins Gelenk
  • Ruhigstellung

ansprechen oder

  • bei wiederholter Ergußbildung im Gelenk
  • nach einer chirurgischen Gelenkschleimhautentfernung (Synovektomie) zur Beseitigung von Synovialisresten
  • falls ein Gelenkersatz eigentlich notwendig ist, aber noch hinausgeschoben werden soll

Wann wird die Radiosynoviorthese nicht eingesetzt?

Bei

  • stark zerstörten Gelenken, Achsfehlstellungen, Instabilität
  • knöchern vollkommen versteiften Gelenken
  • bei bakterieller (septischer) Gelenkinfektion
  • in der Schwangerschaft + Stillzeit

Generell gilt: je früher im Krankheitsverlauf, desto bessere Ergebnisse!

Vorteile der Radiosynoviorthese:

  • relativ kleiner ambulanter Eingriff
  • nur kurze Ruhigstellung erforderlich
  • auch bei erhöhtem OP-Risiko durchführbar
  • mehrere Gelenke u.U. gleichzeitig behandelbar
  • falls erforderlich, Wiederholung möglich